Klaus-Dieter Gröhler MdB

Impfen ist der Schlüssel, Impfen ist der Weg heraus aus der Pandemie!

Das neue Jahr 2021 ist mit der begründeten Zuversicht verbunden, die Pandemie Schritt für Schritt gemeinsam und erfolgreich zu überwinden.

Impfen ist dazu Schlüssel, Impfen ist der Weg heraus aus der Pandemie!

Am 27. Dezember 2020 konnten wir mit dem Impfen in Deutschland und der Europäischen Union gemeinsam starten. 

Nach den ersten zwei Wochen möchte ich Sie gerne über den aktuellen Stand der Impfkampagne in Deutschland informieren:

Nach der Zulassung des ersten Impfstoffes von BioNTech/Pfizer kurz vor Heiligabend hat die Europäische Kommission am 6. Januar auch den Impfstoff der Firma Moderna zugelassen. Die Geschwindigkeit, mit der diese Impfstoffe entwickelt werden konnten, ist historisch einmalig in der Geschichte der Menschheit und ohne jeden Zweifel eine der herausragenden Errungen­schaften in der Geschichte der Pharmazie. Es ist mit der zentralen Rolle des Mainzer Unter­nehmens BioNTech auch ein Meilenstein von Wissenschaft und Forschung in unserem Land. Angesichts des ungewöhnlich hohen Tempos bei der Entwicklung war und ist eine sorgfältige Prüfung besonders wichtig. Daher wurde entschieden, dass der Impfstoff - anders als beispiels­weise im Vereinigten Königreich oder den USA - im ordentlichen Verfahren von der Euro­päischen Zulassungsbehörde (EMA) sorgfältig geprüft und zugelassen wird. Denn die Bürgerinnen und Bürger erwarten nicht nur schnell verfügbare, sondern vor allem auch wirk­same und sichere Impfstoffe.

Betonen möchte ich auch eines: Deutschland gehört zu den Ländern auf der Welt, die nach dem aktuellen Stand der Dinge bereits jetzt darauf bauen können, im Verlauf dieses Jahres genug Corona-Impfstoff für die gesamte Bevölkerung haben. Diese Tatsache sollte uns Anlass zur Zuversicht geben. Denn gerade zu Beginn der Impfkampagne ist es angesichts begrenzter Produktionskapazitäten nicht überraschend, dass die weltweit extrem hohe Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt - im Übrigen unabhängig davon, ob die Bundesregierung oder die Europäischen Kommission entsprechende Verträge abschließen.

Wichtiger ist noch: Wir können die Pandemie nicht national alleine bewältigen. Die Grundsatz­entscheidung, den europäischen Weg zu gehen, halte ich weiterhin für richtig. Frankreich und Deutschland beispielsweise hätten vermutlich auch alleine Verträge schließen können, da beide eine große Nachfrage auf dem Pharmamarkt entwickeln können - aber viele andere EU-Partner eben nicht. Nur was nutzt es uns, wenn wenige EU-Staaten impfen können, aber andere weiter voll von der Pandemie getroffen werden? Denn der freie Personenverkehr innerhalb der EU ist nicht nur ein hohes Gut an sich - wie wir alle immer wieder feststellen. Freier Personenverkehr und offener Binnenmarkt sind auch für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Es geht um den freien Güterverkehr ebenso wie um die Einreise dringend benötigter Arbeitskräfte aus der EU - nicht zuletzt in Gesundheits- und Pflegeberufen. Umgekehrt ist die Vorstellung einer längeren Abkopplung Deutschlands vom Rest der EU angesichts der viel­fältigen Verflechtungen schlicht unrealistisch. Der europäische Ansatz beim Impfen ist also mit­nichten nur ein Gebot europäischer Solidarität; er ist in unserem ureigenen, wohlverstandenen deutschen Interesse.

Welche Rolle hatte und hat Deutschland bei der Impfstoffbeschaffung? Wir waren - gemeinsam mit drei Partnerländern - das erste EU-Mitglied, das sich bereits im letzten Frühjahr um die Impfstoffbeschaffung gekümmert hat. Aus dieser frühzeitigen Initiative entwickelte sich die gemeinsame Beschaffung von Impfstoffen für alle 27 Mitgliedstaaten durch die Europäische Kommission. Die Bundesregierung hat sich in diesem Prozess seit dem letzten Frühjahr engagiert eingebracht. So hat Deutschland zum Beispiel in den Verhandlungen die Abnahme von bis zu 100 Millionen Impfdosen von BioNTech/Pfizer garantiert, lange bevor klar war, wie wirksam dieser Impfstoff sein würde. Ohne das vorausschauende Engagement und die Abnahmezusage Deutschlands würde es den EU-Vertrag mit BioNTech/Pfizer so wohl nicht geben.

Wie ist der Stand der Lieferungen des Impfstoffs? Wie geplant und angekündigt, wurden bis Ende vergangenen Jahres 1,34 Millionen Impfstoffdosen bereits ausgeliefert. Diese ersten Lieferungen erfolgten am 26., 28., und 30. Dezember. Eine weitere Lieferung von ca 670.000 Dosen erfolgte am 8. Januar 2021. Weitere knapp 2 Millionen Dosen werden durch Teil­lieferungen am 18., 25. Januar sowie am 1. Februar 2021 folgen. Bis Ende Januar werden nach aktueller Planung also über 4 Millionen Impfstoffdosen von BioNTech/Pfizer verfügbar sein, bis Ende März etwa 10,1 Millionen Dosen. Die Anzahl der Dosen wird sich zudem durch die ent­sprechende Zulassungsänderung der Europäischen Kommission (KOM) vom 8. Januar 2021 erhöhen. Danach ist von der Zulassung mit sofortiger Wirkung umfasst, dass den sog. Vials sechs satt fünf Impfdosen entnommen werden.

Da vom Impfstoff der Firma Moderna bis Ende März 1,8 Millionen Dosen verfügbar sein werden, stehen im 1. Quartal wie geplant mindestens knapp zwölf Millionen Dosen der beiden bereits zugelassenen Impfstoffe für Deutschland zur Verfügung. Damit kann es gelingen, im 1. Quartal allen Impfwilligen in der ersten Priorisierungsgruppe (s.u.) ein Impfangebot zu machen.

Bis Ende März ist - Stand heute - mit der Zulassung weiterer Impfstoffe und in der Folge mit der Auslieferung weiterer Impfdosen zu rechnen. Allein von BioNTech/Pfizer und Moderna hat sich Deutschland bislang etwa 140 Millionen Impfstoffdosen für das Jahr 2021 gesichert. Allein diese Menge reichte aus, um Deutschland in diesem Jahr gut zu versorgen.

Bleiben Sie gesund!