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Neuigkeiten

07.05.2018, 14:13 Uhr

Politik am Abend: Nicht alles in die Tonne!

Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

Gemeinsam mit dem Fachreferenten für europäische und internationale Agrarpolitik der Umweltstiftung WWF(World Wildlife Fund), Herrn Matthias Meißner, und mir haben interessierte Bürgerinnen und Bürger am Abend des 3. Mai im gut besuchten Café Wahlkreis über Lösungsansätze zur Vermeidung von übermäßigen Konsum von Lebensmitteln diskutiert. 

In Deutschland ist die benötigte Landfläche für den Konsum von Agrarprodukten weit höher als die zur Verfügung stehende Fläche: Wir benötigen etwa 21,6 Millionen Hektar, verfügen aber nur über eine Nutzfläche von 16,8 Millionen Hektar, das bedeutet, dass die restlichen 5,5 Millionen Hektar durch virtuellen Flächenimport (virtuelle Landimporte stellen Flächen dar, die außerhalb Deutschlands benötigt werden, um Importgüter für Deutschland zu erzeugen) ausgeglichen werden müssen. Größtenteils bestimmen Ölsaaten wie Soja, Raps oder Kaffee/Kakao den virtuellen Flächenimport.

Auch problematisch ist, dass, nach Angaben der Europäischen Kommission, heute mehr als 30% der unserem Konsum geschuldeten Lebensmittel aus tropischen Ländern stammen, in denen häufig eine zerstörerische Waldnutzung betrieben wird. Erschwerend kommt hinzu, dass jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in deutschen Haushalten im Abfall landen, von denen etwa 10 Millionen Tonnen vermeidbar wären. Leider werden Lebensmittel, die optisch nicht der Norm entsprechen, häufig aussortiert und weggeschmissen. Hier gilt es, ein anderes Bewusstsein für Nahrungsmittel und ihren Wert zu schaffen.

Matthias Meißner machte deutlich, dass im Bereich Lebensmittelverschwendung großer Handlungsbedarf bestehe. So könnte neben einer nationalen Steuerung der Produktion auch eine Steuerung des Konsums von Lebensmitteln sehr hilfreich sein. Um nicht weiterhin unnötig Lebensmittel entsorgen zu müssen, sei es auch wichtig, bundesweit sowohl einen Handlungsrahmen für eine gemeinsame Agrarpolitik festzulegen als auch die Richtlinien im gastgewerblichen Bereich zu überarbeiten.

Der Politik ist bewusst, dass jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel durch Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland als Abfall entsorgt werden. Um dies zu verringern, plant die Bundesregierung, bis 2020 entlang der Wertschöpfungskette eine nationale Strategie mit verbindlichen Zielen und Maßnahmen zu entwickeln.

Und schon heute setzt sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit der Informationskampagne „Zu gut für die Tonne“ gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Nach dem Motto: Was man achtet, wird nicht achtlos weggeworfen, zielt diese Kampagne darauf ab, das Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln in der gesamten Kette von der Landwirtschaft über die Industrie und den Handel bis hin zum Verbraucher oder Großverbraucher zu schärfen. Ich freue mich sehr, dass bei der Preisverleihung der Kampagne im April 2018 auch drei Berliner Initiativen für ihr Engagement gegen Lebensmittelabfall ausgezeichnet wurden: So erhielt SirPlus aus Charlottenburg den Preis in der Kategorie Handel. SirPlus bietet seit 2017 im ersten Food-Outlet in Berlin und über einen Onlineshop Lebensmittel an, die im Handel nicht mehr verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden. Förderpreise erhielten die DingsDums Dumpling GmbH für selbstproduzierte und verkaufte Teigtaschen aus überschüssigen Lebensmitteln und DEINE ERNTE, eine Internetplattform, über die Gartenbesitzer ihre Ernte oder auch selbst gemachte Lebensmittel, z.B. Marmelade, anbieten können. Herzliche Glückwünsche!

 

 

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